ÖGV-kletterpavillon
gipfelstation erlebnisweg peilstein

der kletterpavillon des österreichischen alpenvereins-gebirgsvereins ÖGV bildet die gipfelstation des erlebnisweges, der von nöstach zum peilsteinhaus hinauf führt. spielerisch können verschiedene kletterstrukturen ausprobiert werden. schau-objekte und infotafeln zeigen die verschiedenen kletter und ausrüstungstechniken. der blick in das schaubiwak erzählt geschichten über das leben im hochgebirge.
peilsteinhaus, 2564 schwarzensee, NÖ 
 
der erlebnisweg peilstein wurde vom institut für ökologie als
„Themenweg des Jahres 2014“ ausgezeichnet!
erlebnisweg peilstein

der kletterpavillon mit seinem eidechsen-schweif

das ADAXL (eidechse) als symbolfigur des erlebnisweges und des kletter-pavillons

der “streichel-zoo” für kletterer
eine schautafel erzählt die geschichte des kletterns am peilstein

das schaubiwak – wirf einen blick ins hochgebirgsbiwak!
ein rundes guckfenster bietet einblick in das leben im biwak. in unserem schaubiwak treffen zwei welten aufeinander: eine bergsteigerin aus der gegenwart trifft einen bergsteiger aus der zeit unserer großeltern.

mathis barz mit den ÖGV-vorstandsvorsitzenden markus gschwendt & harry grün

erlebnisweg peilstein – auf den spuren der kletterer
offizielle homepage: erlebnisweg peilstein

baustelle

modell

pläne

facts & figures

 

 

 
ÖGV-kletterpavillon peilstein
peilsteinhaus, 2564 schwarzensee, niederösterreich
 
 
der kletterpavillon
der modern gestaltete kletterpavillon, der direkt neben dem altehrwürdigen peilsteinhaus liegt, bildet die gipfelstation des erlebnisweges “klettern” und führt von nöstach zum felskletterparadies auf den peilstein. einer eidechse ähnlich schlängelt sich der pavillon den waldrand entlang und schafft verschiedene bereiche wie outdoor- und indoor-kletterwand, infobereich, schaubiwak und multifunktionsraum. spielerisch können unterschiedliche kletterstrukturen ausprobiert werden. schauobjekte und infotafeln erläutern verschiedenen kletter- und ausrüstungs- techniken. der innenraum des kletterpavillons kann multifunktional genutzt werden: als kletterraum, als aufenthalts- und schulungsraum, für events und vieles mehr. der blick in das schaubiwak erzählt geschichten über das leben im hochgebirge aus der gegenwart wie auch aus zeit unserer großväter. architekt mathis barz hat im auftrag des österreichischen alpenverein – gebirgsverein ÖGV den kletterpavillon auf dem peilstein gestaltet.
 
der themenweg des jahres 2014
innert kürzester zeit hat sich der im september 2013 eröffneten kletterpavillon als gipfelstation des erlebnisweges “klettern” zum besuchermagneten entwickelt. vom institut für ökologie wurde der erlebnisweg peilstein als „themenweg des jahres 2014“ ausgezeichnet! der kletterpavillon ist der ideale ausgangspunkt für kletterkurse, die hier zuerst kletter- und seiltechnik üben wollen, bevor an den kalksteinwänden des peilsteins geklettert wird. kinder wie auch erwachsene können spielerisch und gefahrlos auf der boulderwand erste kletterschritte wagen. geübte und fortgeschrittene kletterer wagen es, im indoor-bereich die überhängenden wandzonen und die mit griffen bestückte pavillondecke zu beklettern und die querung der outdoor-wandzone mit der natürlichen felsstruktur zu versuchen. so hält der kletterpavillon für jeden geschmack und können etwas entsprechendes bereit.
 
das “adaxl”
das adaxl (dialektausdruck für eidechse) ist als symbol für besondere kletterkünste das maskottchen des erlebnisweges und begleitet den besucher auf dem themenweg bis hinauf zum pavillon. dort angekommen hat sich, eingebettet im sichtbeton, eine vielzahl von adaxln auf der oberfläche der kletterwand verewigt. sie klettern die wand hinauf und hinunter, bilden kleine gruppen, wärmen sich an der sonne und bieten als griffmulden sogar halt für suchende kletterhände. der pavillon schlängelt sich, einem adaxl ähnlich, um das peilsteinhaus herum und verleiht dem vormals desolaten vorplatz ein neues gesicht.
 
narrative architecture
die idee war, ein gebäude nicht als fremdkörper sondern als teil der landschaft zu schaffen. ein objekt, das sich aus der landschaft heraus entwickelt und sich in die naturgeschützte umgebung einfügt. ein pavillon der dem altehrwürdigen peilsteinhaus mit seiner schwarzen holzfassade etwas entgegenhält, ohne dieses zu konkurrenzieren und einen kontrast schafft zwischen traditioneller berghütteromantik und moderner, aber nicht kühler architektur; narrative architecture – architektur, die etwas erzählt.
 
die geschwungene sichtbetonwand
zwei geschwungene wandelemente aus sichtbeton wachsen aus dem waldboden heraus, nehmen an höhe zu und formen sich zu einer kletterwand. an ihrem höhepunkt, wo sie aufeinander treffen, bilden die zwei wände eine gebäudekante, an die der multifunktionale gebäudekomplex anschließt. aus verschiedenen gründen wurde für die materialisierung der kletterwand stahlbeton gewählt, was keine unproblematische entscheidung war, da sich der pavillon in einer ausgewiesenen naturschutzzone befindet. zum einen ist beton das geeignete material, um der geschwungenen wand die notwendige stabilität und dauerhaftigkeit zu verleihen und zum anderen musste eine vielzahl an klettergriffen befestigt und die bekletterbaren glasscheiben montiert werden. es gelang mit unterschiedlichen schalungen und eingelegten objekten den sichtbeton zu differenzieren und zu strukturieren. auf der betonoberfläche hat sich die horizontal verlaufende, sägerauhe bretterschalung abgebildet, links neben der verglasung befindet sich eine diagonal verlaufende felsstruktur, die zum klettern einlädt. als besondere attraktion mit fast magischer anziehungskraft wirkt die über eck laufende beidseitig bekletterbare verglasung. die rahmenlose verglasung aus verbundsicherheitsglas lässt den raum dahinter transparent, hell und offen erscheinen und lädt zu angstbefreienden kletterspielen ein. die situierung des pavillons ist so gewählt, daß der freie blick von der peilsteinhaus-terrasse richtung wald und sonnenuntergang nicht beeinträchtigt wird.
 
der multifunktionale kletterraum
der öffentlich zugängliche indoor-kletterraum kann multifunktional genutzt werden: als boulder- und kletterraum mit senkrechten und überhängenden bereichen für interessierte und kletterer aller art, als ausbildungsraum für gruppen und kletterkurse der alpinschule peilstein, zum “trockentraining” und bei schlechtwetter, als aufenthalts- und vortragsraum zu schulungs-, unterrichts- und präsentationszwecken mit einem hinter sicherheitsglas eingebauten tv-screen. als mobile bestuhlung können die 40 faltkartonhocker genutzt werden. natürlich steht der multifunktionsraum auch für diverse events und besondere anlässe zur verfügung. wenn das peilsteinhaus geschlossen hat, kann der raum im notfall sogar als notbiwak mit ausrollbaren liegematten genutzt werden und bietet schutz vor wetter und kälte. der ganze bodenbereich ist mit einem 40 cm tiefen kiesbett ausgestattet, das als absprungdämpfung beim klettern dient.
 
wirf einen blick ins schaubiwak!
durch ein kreisrundes schaufenster, mit trittstufe für kinder erhält der besucher einblick in das leben in einem hochgebirgsbiwak. hier treffen zwei welten aufeinander: die bergsteigerin aus der gegenwart trifft einen bergsteiger aus der zeit unserer großeltern:
toni trägt einen alten wollpullover, darunter ein flanellhemd und warme unterwäsche, genagelte lederschuhe mit wollsocken und wollmütze. den eispickel zum stufenschlagen und den alten segeltuchrucksack hat er abgestellt und die handgeschmiedeten steigeisen und felshaken an die stuhllehne gehängt. während die suppe auf dem antiquierten kocher brodelt, studiert toni die tageseinträge und tourenberichte im hüttenbuch.
gerlinde ist modern ausgerüstet: sie trägt einen steinschlaghelm mit stirnlampe, eine goretex-jacke mit sturmkapuze und darunter einen fleecepullover und funktionsunterwäsche. moderne schalenschuhe halten ihre füße warm. ihre frontzacken-steigeisen, aluminium-eisschrauben, friends und ein 60 m-doppelseil hat sie umgehängt. auf der flucht vor dem schneesturm ist gerlinde gerade zur tür hereingekommen und schaut toni über die breiten schultern. ausrüstungsgegenstände hängen an den wänden, kleidung ist zum trocknen aufgehängt. in einer der kojen im hintergrund hat sich bereits ein müder bergsteiger schlafen gelegt, um sich von der anstrengenden klettertour auszuruhen. über einen außenlautsprecher unter dem schaufenster kann man sphärische geräusche aus dem innern des biwaks vernehmen …
 
streichelzoo und infobereich
durch ihren ausholenden schwung schafft die kletterwand im außenbereich großzügige aufenthalts-, picknick-und kletterzonen. im infobereich erfährt der besucher mehr zum thema klettern. der “streichelzoo” für kletterer erläutert mit seinen schauobjekten zum angreifen verschiedenen kletter-, sicherungs- und ausrüstungs- techniken und dient auch zum anschauungs-unterricht: welche felshaken gibt es? wie werden standplätze gebaut? was ist ein klemmkeil, ein nut, ein stopper? wie funktioniert ein friend? was ist ein rurp, ein rp, ein copperhead, usw.? die infotafel erzählt anhand einer timeline die geschichte des kletterns am peilstein und beschreibt das leben in einem hochgebirgsbiwak.
 
sicherheit beim klettern
im außenbereich ist der kletterwand ein ausreichend breiter absprungbereich vorgelagert, der aus einem 40 cm tiefen kiesbett besteht. die bestückung der kletterwand mit griffen reicht nur bis in eine höhe von maximal 2,5 m. dadurch wird die absprunghöhe gering gehalten. da die griffe nicht bis zur mauerkrone hinauf reichen, verhindert ein entsprechender sicherheitsabstand das beklettern der mauer und der dachkante. zusätzlich ist die mauerkrone 45° nach vorne abgeschrägt, damit niemand in versuchung kommt auf der schmalen mauerkante zu balancieren. auch der indoor-kletterbereich ist mit einem kiesbett zur absprungdämpfung ausgestattet. zusätzlich können unter den überhängen bouldermatten aufgelegt werden. die gesamte kletteranlage und deren ausstattung wure vom tüv geprüft. die errichtung der kletteranlage erfolgte entsprechend ÖNORM EN 12572-2.
 
facts & figures

  • planungsbeginn januar 2012
  • baubeginn mai 2013
  • fertigstellung september 2013
  • bruttofläche pavillon 50 m2
  • mmultifunktionsraum 32 m2
  • materialraum 5 m2
  • schaubiwak 5 m2
  • gebäudehöhe 3,80 m
  • länge betonwand 45 m
  • glasfläche 22 m2
  • kletterfläche indoor ca. 50 m2
  • kletterfläche outdoor ca. 60 m2
  • baukosten ca. € 250.000,-

   

presse

architekturjournal wettbewerbe, magazin für baukultur, 3/2014

city-magazin 2/2014, standard beilage

schau magazin 2/2014

bezirksblatt baden online: themenweg 2014

kronenzeitung 12.4.2013