SalzZeitReise
neubau visitor centre salzbergwerk berchtesgaden

die reise ins salz beginnt bereits schon vor dem eintritt in das neue besucherzentrum. das äußere erscheinungsbild erzählt dem ankommenden besucher von den salzvorkommnissen, die es im berginneren zu entdecken gilt. salzkristallen ähnlich überziehen kubische strukturen die dachlandschaft. es ist das salz aus dem berg, das an den gebäudekanten ausblüht und auf der glasfassade glitzernde kristallstreifen hinterlässt. im zuge der revitalisierung bekam das salzbergwerk ein völlig neu konzipiertes besucherzentrum mit großzügigem shop, bistro und begehbarer dachlandschaft. – berchtesgaden, deutschland

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die SalzZeitReise
neubau besucherzentrum
 
die salzzeitreise ist eine tour durch die lebendige geschichte des salzes, eines der wichtigsten und wirkungsmächtigsten handelsgüter europäischer geschichte, dessen abbau, transport und verteilung schon zur keltenzeit große technische, logistische und vor allem menschliche leistungen hervorgebracht hat. bis heute ist die arbeit im salzbergwerk kein job wie irgendein anderer, sondern eine besondere, durchaus lebensprägende aufgabe.
 
kernpunkt des projektes ist das neue das besucherzentrum, das auf einer gesamtfläche von fast 800 quadratmetern vor und nach der fahrt unter tage alles bietet, was das herz begehrt. dort befinden sich die ticketkassen mit foyer, die kleiderausgabe, die wartezone, ein 160 quadratmeter großer salzshop und ein fotokiosk, in dem die gäste die schnappschüsse von ihrem besuch unter tage erwerben können. auf dem begehbaren dach können die besucher ihre wartezeit sinnvoll nützen, indem sie sich an interaktiven infotainment einrichtungen über das bergwerk informieren. oder sie genießen einfach nur das panorama mit dem blick auf den watzmann. das besucherzentrum ist eine mischung aus historie und moderne. »wir wollen auf die geschichte des bergwerkes aufmerksam machen und mit neuem kombinieren«. so das credo von architekt mathis barz aus wien, der für die gestaltung des neuen besucherzentrums verantwortlich zeichnete. mit großem medienecho wurde die salzzeitreise an pfingsten 2007 eröffnet.
 
über acht millionen euro wurden in die neugestaltung des beliebten ausflugsziels in berchtesgaden investiert. rund 23 millionen besucher besuchten in den letzten 100 jahren das seit beinahe 500 jahren ununterbrochen tätige salzbergwerk. im zuge der neugestaltung wurden auch die schaustellen im bergwerk modernisiert und zeitgemäß präsentiert.
 
 
das architektonische konzept
 
das salz aus dem berg
die reise ins salz beginnt bereits schon vor dem eintritt in das neue besucherzentrum. das äußere erscheinungsbild erzählt dem ankommenden besucher von den salzvorkommnissen, die es im berginneren zu entdecken gilt. salzkristallen ähnlich überziehen kubische strukturen die dachlandschaft. es ist das salz aus dem berg, das an den gebäudekanten ausblüht und auf der glasfassade glitzernde kristallstreifen hinterlässt.
 
die belebte landschaft des salzgartens auf der begehbaren dachterrasse lässt das gebäude mit seiner umgebung verschmelzen. die kuben der abstrahierten salzstrukturen wechseln sich mit begrünungen ab und bilden sitzgelegenheiten, stufen und nischen. runde sitzbänke umgeben die überschreitbaren oberlichter und gewähren einblicke in die darunter liegende salzhalle. ein sonnensegel bietet schutz gegen witterung und ladet zum verweilen und rasten ein. hier kann der besucher die zeit bis zu seiner einfahrt in das bergwerk genießen und sich unterhalten. vom dachgarten führt der weg weiter zur moserrösche hinauf und ist ausgangspunkt für rundwanderwege und spaziergänge.
 
viel glas und transparenz
die fassade aus structural glazing und die gläsernen trennwände im innenbereich schaffen maximale transparenz. es entstehen interessante blickachsen im gebäude, die räume sind kommunikativ und die besucher haben in die verschiedenen bereiche einblicke. die durchdachte raumabfolge führt den besucher von der eingangskasse im foyer am verglasten shop vorbei zur kleiderausgabe und weiter in den wartebereich mit der 70m langen sitzbank und dem panoramabild mit szenen zum thema salz. von hier gelangt der besucher in die einfahrtshalle und von da mit dem zug ins berginnere. nach der rückkehr aus dem bergwerk führt ihn der weg zur kleiderrückgabe und weiter in den salz-shop. rollstuhlfahrer und lieferanten haben hier einen ebenerdigen zugang direkt vom gehsteig. vom shop aus gelangt der besucher zurück zum ausgangspunkt ins freie.
 
mit der kraft der natur
im salzshop erwartet den besucher ein reichhaltiges angebot zum thema salz. die kubischen formen der vitrinen, regale und anderen elemente nehmen die formensprache des kristallisierten salzes auf. silberne elemente vereinen sich mit gläsernen und werden mit natürlichen materialien, wie lärchenholz, ergänzt. die verkaufselemente sind individuell gestaltet und den einzelnen produktgruppen zugeordnet. an der schaustelle „schachtel macher“ kann man sehen wie andenken-steine entstehen. der holzboden aus gebirgslärche spiegelt die urige kraft der natur wieder. auch im inneren des bergwerkes kommt der lärchenböden wegen seiner haltbarkeit gerne zur anwendung. kontrastiert wird der holzboden durch die silbernen verkaufselemente und glaskuben. die rot-töne der rückwärtigen wandgestaltung symbolisieren die farbkraft des beleuchteten salzsteins und lassen ahnen, dass wir uns bereits im erdinneren befinden. abgehängte grubenlampen mit glasschirmen unterstreichen den charakter des ortes.
 
das salzbergwerk als gesamterlebnis
gegenüber dem besucherzentrum befindet sich die gaststätte der besonderen art mit gastgarten und einem terrassendeck direkt über der aache. der gastraum liegt über den stromerzeugenden turbinen und die einrichtung des lokals ist der historischen umgebung des denkmalgeschützten gebäudes angepasst. beispielsweise bleibt der alte maschinenkran im innenraum als reminiszenz erhalten. es ist eine mischung aus industriellem zweckbau, moderner innengestaltung und rustikalem flair des hofbräuhauses.
im außenbereich bietet ein glasüberdachter pavillon wettergeschützte sitzgelegenheiten für die wartenden besucher und ein verkaufskiosk an der ecke sorgt für erfrischungen. das bergwerk und das thema salz, die besonderheit des ortes und die architektur des besucherzentrums vereinen sich so zu einem gesamtkunstwerk und machen die salzzeitreise zu einem unvergesslichen erlebnis.
 
 
gesalzene zukunftsreise in die unterwelt
 
berchtesgaden: (16. dezember 2005) das projekt »salzzeitreise« im salzbergwerk berchtesgaden rollt an. in zwei jahren sollen womöglich bis zu 500 000 besucher jährlich bei der einfahrt in die unterwelt einen blick in die zukunft wagen. rund 8,4 millionen euro investiert die südsalz gmbh in die modernisierung des tourismusbereichs, wo aufwändige laserprojektionen, lichtanimationen und kunstvoll gestaltete räume für futuristische untertage-atmosphäre sorgen sollen. derzeit betreibt die beauftragte intertainment kulturmanagement gmbh des salzburgers stefan seigner bereits erste materialtests vor ort, wie auf einer pressekonferenz am mittwoch in der »bergschänke« zu erfahren war.
 
rund 6 bis 6,5 millionen euro jährlich investiert die südsalz gmbh normalerweise in ihre drei standorte. es verwundert deshalb nicht, dass man sich im aufsichtsrat der gesellschaft mit diesem teuren projekt in berchtesgaden zunächst schwer tat, wie geschäftsführer dr. ulrich kowalski am mittwoch einräumte. doch der herbeigesehnte beschluss fiel am 28. november – einstimmig. nach der nachhaltigen investition in die solegewinnung in bad reichenhall will man nach den worten kowalskis nun auch nachhaltig in den tourismusbereich investieren. in berchtesgaden sichere man mit der symbiose salz und tourismus 100 arbeitsplätze. »die besuchereinfahrt im salzbergwerk berchtesgaden bedarf einer erfrischung«, betonte der geschäftsführer. schließlich will die südsalz gmbh künftig mehr internationale gäste, vor allem aus dem fernen osten, ins salzbergwerk locken. »verzaubert« werden sollen sie unter tage von spektakulären laserprojektionen und einem von andré heller kunstvoll gestalteten saal.
 
begegnung mit der zukunft
überzeugt vom erfolg seiner ideen zeigte sich auch stefan seigner, geschäftsführer der intertainment kulturmanagement gmbh. der langjährige geschäftspartner andré hellers will, dass die leute wenigstens ein zweites mal nach berchtesgaden kommen, um das neue salzbergwerk zu besichtigen. unterstützt wird seigner bei seinen plänen von der system modern gmbh in wiesbaden, die auch für den inhalt des wm-fußball-globus verantwortlich zeichnete, und vom wiener architekten mathis barz, der unter anderem die architektur der swarovski kristallwelten in wattens plante. auch der eggenfeldener architekt hannes schürger ist in das projekt »salzzeitreise« eingebunden, das den besuchern unter tage die begegnung mit der zukunft ermöglicht. über tage soll sich das bild des salzbergwerks ebenfalls grundlegend ändern. während die denkmalgeschützten gebäude auf der achenseite stehen bleiben, ist auf der hangseite der neubau von infrastruktureinrichtungen geplant. gläserne fronten sollen das ganze transparent machen, dahinter befinden sich moderne aufenthaltsräume, die garderobe und ein allgemein zugänglicher shop. »wir müssen die leute während der wartezeit unterhalten«, erklärte stefan seigner. zur kurzweile beitragen soll eine caféterrasse, ein überdachter kiosk sowie die möglichkeit einer kurzen wanderung über das dach des neuen gebäudes hinweg zur moserrösche. ebenfalls auf dem gebäudedach soll es so genannte infotainment-einrichtungen geben. interaktive computerspiele vor allem für jugendliche sollen lehrreiche unterhaltung bieten. man hofft, damit auch zusätzliche schülergruppen für das salzbergwerk zu interessieren.
 
der bohrer im salzsee
»wir sollen nicht alles ändern, aber müssen es adaptieren, moderner machen«, so seigner. schließlich will man auch für einen ansturm von täglich 5 000 besuchern gewappnet sein. die sollen durch einen modifizierten, mit lichtspielen aufgewerteten stollen in den berg einfahren. der erste höhepunkt wartet bereits im kaiser-franz-sinkwerk, der so genannten salzkathedrale. ein starker lichtstrahl simuliert hier den bohrer, der in einem aus lichtprojektionen erzeugten salzsee verschwindet. und genau dorthin führt künftig auch die rutsche. spektakuläres hat man sich genauso für das ende der reise in die unterwelt einfallen lassen. bei der floßfahrt über den salzsee soll sich optisch der salzstock hinter den passagieren schließen. seigner bekräftigte, dass das keine hirngespinste seien. denn detailgenaue pläne zeigen bereits die zukunft. außerdem laufen schon die materialtests, in diesen tagen sollen erneut mehrere tonnen material für tests angeliefert werden. damit ist für das projekt »salzzeitreise« die planungsphase beendet, die umsetzungsphase hat begonnen. die unterstützung von seiten der lokalpolitik bekräftigte berchtesgadens bürgermeister rudolf schaupp. schließlich würden der freistaat bayern, die berchtesgadener landesstiftung und die marktgemeinde berchtesgaden sich mit rund 580 000 euro einbringen. im wesentlichen geht es dabei auch um die durchfahrtsstraße, die fußgängerfreundlich gestaltet werden soll. doch bürgermeister schaupp hat auch eine vision: den bau einer fußgänger-überführung als ersatz für den bisherigen zugang vom parkplatz durch den tunnel und über das betriebsgelände. davon würden auch gymnasium und watzmann therme profitieren. die südsalz gmbh will nach den worten dr. kowalskis darüber im gespräch bleiben, doch müsse man stets »das machbare im auge behalten«. dazu gehört beispielsweise die weitgehende aufrechterhaltung der besuchereinfahrt während der bauzeit. die wird ihren höhepunkt etwa ab september nächsten jahres erreichen, wenn sich auch das äußere erscheinungsbild des salzbergwerks langsam ändert.
ulli kastner
 
 
 
technische daten
 
planungsbeginn: april 2004
baubeginn: oktober 2006
fertigstellung besucherzentrum: mai 2007
eröffnungsfeier: pfingsten 2007
fertigstellung gaststätte: juli 2007
bauzeit: 8 monate
investition besucherzentrum: 3,5 mio €
bruttofläche: 950m2
nutzfläche: 850m2
dachgarten: 800m2
 
 
credits
 
bauherr: südsalz gmbh / münchen
 
leitung
gesamtleitung : stefan seigner, intertainment gmbh / wien
projektleitung: hannes schürger / eggenfelden
architektonische leitung: mathis barz dipl.-ing. architekt eth / wien
technische leitung: stefan seigner jr. intertainment gmbh / wien
 
planung
besucherzentrum & restaurant: mathis barz dipl.-ing. architekt eth / wien
ausführungsplanung: architekturbüro wiesbauer / wien
statik: kristian zeller / st. valentin
ingenieurplanung: neubauer ingenieurbüro / bad reichenhall
landschaftsplanung: narr-rist-türk / marzling
innengestaltung bergwerk: 3deluxe, system modern/ wiesbaden
 
ausführende firmen
generalunternehmer: doll bau gmbh / seekirchen
bauleitung: nermin okic, doll bau / seekirchen
beleuchtung: regent licht / wien
ausstattung shop: möbeltischlerei auer / innsbruck
hls: karl raindl gmbh / st. valentin
elektro : sebold & resch / bischofswiesen
glas & schlosserei: christian mayr / saaldorf
steinmetz: christian wolf / berchtesgaden
fliesen: weibhauser gmbh / bischofswiesen
trockenbau: baurent bau gmbh / salzburg
bodenleger: walter holzfeind / klagenfurt
hangsicherung: felbermayr bau gmbh / salzburg